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Mit neuer Webseite und einer veränderten Programmstruktur startet das Programm auf den Hörfunkfrequenzen 88,4 MHz und 90,7 MHz ins zweite Jahr.
Der Medienrat der Medienanstalt Berlin-Brandenburg hat in seiner Sitzung am 19. Mai 2011 die neue Programmstruktur für die nichtkommerziellen UKW-Hörfunkfrequenzen 88,4 MHz und 90,7 MHz beschlossen. Start der neuen Programmstruktur: 23. Mai 2011.
Von wegen Demokratiepotenzial: Viele private nicht-kommerzielle Sender haben es in Deutschland schwer. Die Länder verteidigen ihr Frequenzmonopol zum Schaden der Öffentlichkeit.
Von den demokratischen Potenzialen der Mediennutzung ist derzeit oft die Rede. Unlängst war auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann voll des Lobes darüber, „dass der Konsument eben nicht nur normaler Nutzer ist, sondern aktiver Gestalter“.
Freie Berliner Sender konnten sich nicht auf Community-Radio einigen
Zur Katastrophe von Tschernobyl war seit Fukushima viel in den Massenmedien zu finden, diese Woche auf Grund des Jahrestages noch einmal verstärkt. Auch im Berliner Lokalradio gab es dazu einiges zu hören – es fragte sich nur, wo.
Selbst kommerzielle Anbieter bewerben sich um Sendezeiten beim alternativen Radiosender 88vier.
Im Feld des nicht-kommerziellen privaten Rundfunks gibt es neues Konfliktpotenzial, gleichzeitig aber auch die Chance für umfassende Kooperation. Grund ist die erste Neuausschreibung für den Mischkanal 88vier, die Anfang März zu Ende ging. Unter den 12 Sendezeit-Anträgen, die bei der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) eingegangen sind, ist auch einer von der Plattform für regionale Musikwirtschaft GmbH, dem Träger des in mehreren Städten aktiven kommerziellen Senders Motor FM.
Keine berlinweite Community Radio Frequenz - mabb lizenziert stattdessen Fußballradio auf 99,1 MHz
Dort wo sonst regelmäßig für einige Wochen oder Monate selbstorganisiertes, alternatives Radio zu hören war, geht es ab 1. April 2011 auf der Berliner 99.1 MHz nur noch monothematisch um einen einzigen Zweitliga-Fußballverein. Das "Aufstiegsradio" will ausschließlich Herta-Fans erreichen als "deutschlandweit erstes Vereinsradio mit eigener UKW-Frequenz".
Seit den 1990er Jahren wird in Berlin für ein selbstverwaltetes, für ein "Freies Radio" gekämpft. Und dafür wird konstant mit der Medienanstalt und der Landespolitik gerungen.
Die Szene der Freien Radiogruppen Berlins ist nicht leicht zu beschreiben. Zu hören ist sie jedenfalls seit Mai 2010 auf dem damals von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) eingerichteten Mischkanal 88vier.
Freie Radios bewerben sich um Frequenzen
Seit dem Herbst hat Berlin ein Freies Radio – allerdings nur nominell. Pi Radio, ein aktuelles Sammelbecken von nach eigenen Angaben rund 50 Redaktionen, wurde Mitglied im bundesweiten Bund Freier Radios. In der Hauptstadt ist Pi Radio allerdings weiterhin Bittsteller.
Der Medienrat hat in seiner Sitzung am 12. Januar 2011 die neue Ausschreibung von Sendezeiten auf den nichtkommerziellen UKW-Hörfunkfrequenzen 88,4 MHz und 90,7 MHz beschlossen.
Seit dem 22. Mai 2010 senden unterschiedliche Radioinitiativen unter dem einheitlichen Namen 88vier auf den Berliner UKW-Hörfunkfrequenzen 88,4 und 90, 7 MHz. Den Radioinitiativen wurden zum Sendestart eigenständige Sendeerlaubnisse ausgestellt.
Zwischenbilanz 88vier
Das Pilotprojekt nichtkommerzieller Radios in Berlin sendet seit einem halben Jahr.
Auch wenn es medial anders scheint, ist es doch nur ein Teil der Wirklichkeit: Der Prenzlauer Berg steht in der Öffentlichkeit für das Ende kreativer Ideen, für besser- und bestverdienende Snops, Pornobrillen in der Kastanienalle und einem eher seltsam anmutenden “Bürgeraufstand” in selbiger Straße, weil der Mythos vergangener Zeiten städtebaulich der bürgerlichen Realitiät angepasst werden soll.
Die Lottumstraße in Prenzlauer Berg ist mit 34 Häusern auf 300 Metern eine eher kleine Hauptstraße. Nach der Wende wohnten viele Hausbesetzer in den gut erhaltenen Altbauten, doch inzwischen greift die Gentrifizierung auch hier um sich.
Taschentücher und Wodka sollten wir jetzt rüberbringen. Einfach klingeln: Hallo wir sind’s, deine Nachbarn von der anderen Straßenseite, wir wollten dich trösten.
Jahreskongress des Bundesverbandes Freier Radios in Leipzig
Am letzten Oktober-Wochenende hat in Leipzig der Bundeskongress Freier Radios (BFR) stattgefunden. Organisiert worden war das Treffen vom hiesigen freien Radio blau. Die Veranstalter aus der Paul-Gruner-Straße hatten Workshops und Diskussionsrunden auf den Programmzettel geschrieben.
Dudelfunk, linkes Bewegungsradio und experimentelle Sendungen aus der Bar 25: Seit Frühjahr gibt es den unkommerziellen Radiosender 88vier, das verschiedene Projekte verbindet.
Der Sender steht auf dem Kreuzberger Postgiroamt. Zwar ist das Programm, das von hier aus versendet wird, nur in einigen Bezirken wirklich gut zu empfangen, doch ist es einigermaßen erstaunlich, dass es überhaupt geschieht: Seit Jahren kämpfen Berlins Radioaktivisten für eine Alternative zum üblichen Einheitsprogramm. Pfingsten dieses Jahres war es so weit. 88vier ging als unkommerzielles Lokalradio auf Sendung.
Vom 29. bis zum 31. Oktober 2010 trafen sich in Leipzig über 60 Vertreterinnen und Vertreter aus 21 Freien Radios und Radioinitiativen beim Jahreskongress des Bundesverbands Freier Radios (BFR). Auch Aktive von Radio CORAX nutzten das Wochenende zur Erarbeitung neuer Strategien und Methoden der nichtkommerziellen Radioarbeit. In den Workshops zur Weiterentwicklung der programmlichen Vernetzung, für technische Lösungen im Community-Radiobereich oder zu Medienpolitik arbeiteten sie mit JournalistInnen und TechnikerInnen aus der gesamten Republik.
Welche Möglichkeiten der überregionalen, redaktionellen Zusammenarbeit gibt es für die Freien Radios? Welche Möglichkeiten der medienpolitischen Unterstützung Freier Radios gibt es auf europäischer Ebene? Das waren zwei der zentralen Fragen, die an diesem Wochenende auf dem Kongress des Bundes Freier Radios besprochen wurden. Helen von Radio CORAX sprach mit Stefan Tenner, Vorstandsmitglied im Community Media Forum Europe (CMFE) über die Ergebnisse des Treffens.