Die Geschichte Pi Radios beginnt Anfang der 90er Jahre. Einige noch heute bei Pi Radio aktive SendemacherInnen fingen mit Piratenradio an.
1995 wurde auf Initiative des Landesverbandes Freier Radios Berlin-Brandenburg der Verein Pi-Radio e.V. gegründet – ein Zusammenschluss verschiedener Freier Radio-Gruppen, kultureller Initiativen und interessierter Einzelpersonen. Gründungsgruppen waren u.a. Radio Kabelbrand, Radio P, Radio 100.000, Klangwerk und ehemalige MitarbeiterInnen von Radio 100 und DT64.
Pi-Radio sendete bis Ende 1995 einen wöchentlichen 4-Stundenblock auf dem Offenen Kanal Berlin. Im Oktober 1995 organisierte der Verein die Berliner Unabhängigen Radio Nächte (B.U.R.N.), ein 48stündiges Modellprogramm auf der Veranstaltungsfrequenz 94,8 MHz, verbunden mit Konzerten in 11 Berliner Clubs. Im Jahr 1996 und im Frühjahr 1997 veranstaltete Pi-Radio Hörfunk-Events auf öffentlichen Plätzen bei denen die Programminhalte und Arbeitsweise von Freien Radios vorgestellt wurden. Im neuen Jahrtausend beteiligte sich Pi-Radio an der Kampagne für ein Freies Radio, führte Kulturveranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Unterschriftensammlungen und Partys durch.
Pi-Radio e.V. hat eine eigene Internetpräsenz. Mehr zum Verein, seiner Geschichte und seinen Angeboten unter:
http://kulturserver.de/home/piradio/prolog.htm
Darüber hinaus ging aus dem Pi-Radio e.V. die Initiative Radiopiloten hervor, die seit 2001 verschiedene temporäre Veranstaltungsfunks - als vorläufiges Hilfsmodell für ein Freies UKW-Radio in Berlin - initiierte und umsetzte, und die seit Dezember 2011 ein eingetragener Verein ist. Die Radiopiloten sind keine Gruppe von SendemacherInnen, sondern eine Arbeitsgruppe, die Radios beantragt und umsetzt, um diese der freien Radioszene Berlins zur Verfügung zu stellen. UKW-Projekte der Radiopiloten waren und sind:
Neben den Veranstaltungsradios hatten die Radiopiloten, bzw. der Pi-Radio e.V. maßgeblichen Anteil an folgenden Aktionen:
Seit Mai 2010 senden die Radiopiloten mit Pi Radio regelmäßig zwei Abende pro Woche ab 19 Uhr (im ersten Jahr ab 20 Uhr) bis zum nächsten Morgen 6 Uhr auf dem nichtkommerziellen Radioverbund 88vier. Der Name Pi Radio stellt einen Bezug zu den Radiopiloten-Wurzeln her und wurde in Abstimmung mit dem Verein gewählt, wenngleich der Verein beim Radio momentan keine tragende Funktion einnimmt. Partner und Träger Pi Radios ist der gemeinnützige Glashaus e.V./Brotfabrik.
Pi Radio will die Medienanstalt und Politik davon überzeugen, dass das Modell 88vier nur ein Schritt auf dem Weg zu einem komplett unabhängigen und selbstgestalteten Radio, das als solches auch im Medienstaatsvertrag verankert ist, sein kann. Um einerseits die Unterschiede zur 88vier aufzuzeigen und andererseits zu beweisen, dass Berlin für ein Freies Radio bereit ist, organisierten die Radiopiloten im September 2010 parallel zum Pi-Radio-Betrieb das einmonatige UKW-Projekt Radio Einheit.
Am 6. Oktober 2010 hat Pi Radio in einer offenen Sitzung ein erstes Redaktionsstatut verabschiedet. Eingeladen waren neben den Arbeitskreisen Redaktion und Koordination auch Radiogruppen, die momentan nicht aktiv am Pi-Radio-Betrieb beteiligt sind, sowie weitere Interessierte.
Seit 30. Oktober 2010 ist Pi Radio Mitglied im Bundesverband Freier Radios (BFR). Damit ist es offiziell das erste Freie Radio aus Berlin.
Bei der Neuausschreibung der 88vier (zweites Sendejahr) konnte Pi Radio zwar nicht den geforderten Community-Radio-Bereich am Abend durchsetzen, aber ab 23. Mai 2011 können die Abendgruppen immerhin schon einen Stunde eher beginnen (19 Uhr), und es sind drei weitere, im weitesten Sinne, "freie" Gruppen hinzugekommen.
Ab Mai 2012 erhielt Pi Radio eine zweijährige Sendeerlaubnis, weiterhin für Mittwoch und Donnerstag 19:00 bis 06:00 Uhr. Zudem erteilte die mabb die Erlaubnis, sich im Community Radio Bereich (Mo-Do 19-06 Uhr) mit den drei anderen Partnern intern auf Sendezeiten zu einigen.